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Letzte Bearbeitung
01.12.2009

 

 

 

 

Ein Bericht aus dem Flensburger Tageblatt vom 12.10.2009    von ami

Ab Windstärke 5 kaum Chancen gegen Ölpest

Sollte ein Schiff vor der Schleimündung leckschlagen und in großen Mengen Öl verlieren - dann kann man nur hoffen, dass nicht gerade starker Ostwind weht. Der zeigte 145 Helfern von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk am Wochenende bei einer Großübung mit diesem Szenario Grenzen auf. Ab Windstärke 5 halten die Ölsperren nicht von einem Schleiufer zum anderen.

Die Bilder sind aus den Fernsehnachrichten von Katastrophen bekannt: Große Ölteppiche auf der Wasseroberfläche, ölverschmierte hilflose Wasservögel und völlig überforderte Menschen, die mit Schaufel und Eimer, ohne Schutzkleidung, gegen die Ölmassen am Strand kämpfen. Damit den Schleswig-Holsteinern solche Bilder an den heimischen Küsten in Zukunft möglichst erspart bleiben, probt der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz regelmäßig für den Ernstfall. So am Wochenende vor Maasholm und Schleimünde.

Der schon langsam im Winterschlaf versinkende Hafenort Maasholm erlebte damit noch einmal im Hafenbereich hektische Betriebsamkeit. Container und Zelte wurden aufgebaut, große Lastkraftwagen brachten Ölsperren und das dazu gehörende Equipment.

145 Helfer der Feuerwehren Glücksburg, Fahrdorf und Kappeln-Olpenitz sowie der Ortsverbände Flensburg, Eckernförde und Kiel des Technischen Hilfswerks (THW) konnte Übungsleiter Heinrich Kaule begrüßen aus der Kieler Niederlassung des Landesbetriebs begrüßen. Die Angehörigen der Wehren waren an ihren orangefarbenen Schutzanzügen zu erkennen, die THWler waren in Blau aufgelaufen. Mit von der Partie war außerdem eine Fachfirma für Ölschadensbekämpfung mit einem Ölauffangschiff.

Das Szenario der Übung: 4000 Liter Schweröl ergießen sich aus einem Küstenmotorschiff in die Schlei und driften durch Wind und Strömung in Richtung Rabel/Kappeln. Das alarmierte Havariekommando in Cuxhaven beauftragt den Landesbetrieb Küstenschutz daraufhin mit Maßnahmen zur Gefahrenabwehr.

Ausgerüstet mit Ölsperren und Booten, die man zum Ziehen derselben braucht, sind die Feuerwehren für den so genannten Ersteinsatz zur Stelle. Innerhalb von zwei Stunden ist das THW ausrückbereit, um schweres Gerät zum Einsatz zu bringen, unter anderem zum Auffangen des Öls. Ganzkörperschutzanzug mit Atemschutz, dazu Gerät zum Aufblasen der Ölsperren. Hochdruckreiniger, um Öl und Wasser zu trennen, sowie ein Raupen-Amphibienfahrzeug zum Transport von Gerät am Ufer: Das alles hat das THW für einen solchen Fall auf Lager. 41 der gut 100 Aktiven vom Kieler THW zählen nach Angaben ihres Sprechers Marcel Mautt zur Ölschadensgruppe. Zu ihrem Einsatzgebiet gehören neben der Ostseeküste auch Teile des Nord-Ostsee-Kanals.

Das THW und die Feuerwehren zogen Ölsperren quer über die Schlei, um ein Weiterdriften des Ölteppichs zu verhindern. Ein Ölauffangschiff nahm den schwimmenden Ölfilm auf.

Doch die Realität holte das Übungsdrehbuch an diesem Tag letzten Endes ein. Geplant waren leichte Strömung und wenig Wind. Doch dieser blies am Sonnabend heftig, und dann auch noch aus Ost. Das drückte das Wasser kräftig in die Schlei hinein mit der Folge, dass das Gewässer nicht vollständig mit einer Ölsperre von Ufer zu Ufer geschlossen werden konnte. Vorzeitig mussten die Ölsperren wieder in den Hafen von Maasholm verholt wurden.

Übungsleiter Heinrich Kaule kennt das Problem. Er wusste schon von anderen Einsätzen: Ab Windstärke 5 halten die Ölsperren nicht, außerdem droht der Ölfilm überzuschwappen. "Im Ernstfall hätten wir aber die gefährdeten Strandabschnitte stärker gesichert", betonte Kaule.

Lobend erwähnte er in seiner Manöverkritik am Nachmittag die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und THW sowie die gute Kommunikation zwischen den einzelnen Übungseinheiten. Kaules Fazit: "Die Menschen an der Küste können sich im Ernstfall auf gut ausgebildete Hilfskräfte verlassen, die über eine hervorragende Ausrüstung zur Schadensbekämpfung verfügen."

Diese Einschätzung bestätigte Flensburgs THW-Leiter Reinhard Diercks, der seine Ölschadensbekämpfungstruppe gut ausgerüstet sieht.

www.shz.de

 

 

Bei dieser Übung betrieb die Fachgruppe FK die Führungsstelle, stellte die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften sicher und unterstützte den Einsatzleiter des LKN mit ihrem Stabspersonal.

 

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