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30.01.2011

 

 

 

 

www.kn-online.de nordClick/kn vom 02.10.2006 01:00

Katastrophe im Hafen - Fiktiver Ölunfall in Eckernförde

Das Hägglund
Das Hägglund "geht" an Land, dort soll es Grundlagen für die Ölentsorgung schaffen.Foto aug

 
Eckernförde – Es ist ein Szenario, bei dem sich die Nackenhaare nicht nur der Tourismusmanager und Naturschutzbeauftragten sträuben: Die Havarie eines Tankmotorschiffes in der Eckernförder Bucht, bei der aus dem leckgeschlagenen Schiff mehrere Tausend Liter Öl auslaufen.

Noch Jahre später ist in diesem Zusammenhang das Pallas-Unglück vom Oktober 1998 in der Nordsee in Erinnerung. Nach dem Unglück begannen intensive Diskussionen über die Sicherheit der Schifffahrt, die mangelnde Koordination der Sicherheitskräfte wurde dabei kritisiert. Am Sonnabend wurde unter Leitung des Staatlichen Umweltamtes in Kiel mit den THW-Ortsverbänden Eckernförde, Sörup, Flensburg, Rendsburg und Kiel sowie den Freiwilligen Feuerwehren Eckernförde und Rendsburg genau dieses Szenario im Bereich des Eckernförder Hafens durchgespielt: Die Koordination der einzelnen Gruppen stand im Mittelpunkt.

Insgesamt 145 Teilnehmer sind involviert, die Einsatzleitstelle wird vom THW Flensburg gebildet. Hartmut Ehlers ist Leiter des Stabes, bei ihm und seinen Mitarbeitern der Fernmeldezentrale – Gero Englmaier, Michael Stracke und Michael Turnage – laufen die Fäden der Kommunikation zusammen. "Hier wird von allen gemeldet, wie weit sie mit ihrem Teil der Übung sind. Hier wird ebenfalls alles protokolliert", erklärt Ehlers, während er immer ein Auge auf seinem Laptop hat. Ruhe ist dabei ein wichtiges Gebot.

Das sieht in der Eckernförder Bucht schon ganz anders aus: Mitarbeiter des THW-Rendsburg bauen den Mopmatikwringer auf (damit soll später das Öl aus der Ölsperre aufgenommen werden), zwei Feuerwehrboote sind mit Ölsperren bereits auf dem Weg zum havarierten Schiff, in dessen Tanks sind mehr als 200000 Liter Öl befinden sollen. Die Ölmenge des aufgerissenen Seitentanks wird dabei auf 55000 Liter geschätzt. "Dabei sind wir abhängig von Wind und Wetter", erklärt Heinrich Kaule vom Staatlichen Umweltamt. "Bei Windstärke fünf geht fast nichts mehr."

Bei der Übung spielt das Wetter mit, ganz ruhig kann unter anderem die Besatzung der "Florian" die Ölsperre um den havarierten Tanker ziehen. Währenddessen setzt die "Stint" das Hägglund ab, dieses raupenähnliche Fahrzeug ist bedingt schwimmfähig und soll am Strand die Grundlagen für die weitere Ölentsorgung schaffen. Die Ölwehrboote "Florian" und "Kadeker" haben gemeinsam in einer U-Formation den Ölteppich eingefangen, parallel dazu sperren weitere Feuerwehrleute mit einem Mehrzweckboot die Hafeneinfahrt – ein schwieriges Unterfangen, denn das Boot ist nicht leicht zu manövrieren. Doch auch diese Ölsperre steht, und Feuerwehrmann Thomas Jürgensen ist zufrieden. Jetzt kommen die Ölbekämpfungsboote zum Einsatz, auch die Taucher haben bereits das Lecksegel gesetzt, nachdem sie erfolgreich das Leck am Tankmotorschiff abgedichtet haben.

Zufriedene Gesichter sind gegen Mittag bei allen Einsatzkräften zu sehen. "Wir organisieren mehrere dieser Ölwehrübungen pro Jahr, um die Einsatzfähigkeit der technischen Einheiten und der Geräte zu erproben und zu verbessern", betont Kaule nach Übungsende. Damit im Falle eines realen Unglücks alles ganz schnell geht.

Von Sorka Eixmann

 
Im Internet finden Sie diese Meldung unter der URL:
http://www.kn-online.de/artikel/1959027
 

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